SD Order-to-Cash Redesign

Order-to-Cash-Restrukturierung in einem laufenden SAP-Betrieb: Belegtyp-Konsolidierung, Konditionstechnik-Aufräumen, aATP-Auslegung passend zum Liefer-Versprechen, Faktura-Splits an organisatorische Realität ausgerichtet. Wir nehmen den real durchlaufenden Belegstrom auf, identifizieren das Vereinfachungs-Potenzial und schlagen einen Schnitt vor, der nicht Disziplin verlangt sondern aus dem Customizing kommt.

Was wir mit "O2C-Redesign" meinen

Order-to-Cash ist im Standard von SAP gut geschnitten. In der Praxis verändert sich aber jedes Modul über Jahre: Sonderfälle bekommen eigene Belegtypen, Konditionstechnik wird mit weiteren Tabellen erweitert, Faktura-Splits spiegeln nicht mehr die heutige Organisation, aATP wird nach Default-Auslegung produktiv genommen ohne dass das Liefer-Versprechen je überprüft wurde. Das Resultat: jeder neue Use-Case kostet eine Custom-Lösung, die Auswertbarkeit sinkt, der Customer Service kämpft mit Sonderfällen.

Ein O2C-Redesign ist die Arbeit, die hinter der eigentlichen Migration steckt. Es ist keine Aufgabe für "wir bauen schnell eine neue Z-Tabelle", sondern für eine systematische Inventur des real durchlaufenden Belegstroms – und dann einen Schnitt, der aus dem Customizing kommt, nicht aus der Disziplin.

So gehen wir vor

1. Belegstrom-Inventur (Discover)

Wir laufen über die Verkaufsbelege der letzten 6–12 Monate. Welche Belegtypen sind aktiv, welche werden noch genutzt, welche sind Altlasten? Wir clustern nach Verkaufsorganisation, Kundenstamm, Material-Gruppe und Werk. Daraus entsteht eine Belegtyp-Karte: pro Typ wer ihn anlegt, mit welcher Frequenz, welche Folgebelege er auslöst, welche Faktura-Splits er erzeugt. Diese Karte ist das Werkzeug, mit dem wir mit dem Fachbereich über Konsolidierung reden.

2. Konditionstechnik – vom Wildwuchs zur Struktur

Die Konditionstechnik ist mächtig – und genau deshalb über Jahre eine Quelle von Schmerz. Wir machen die Zugriffsfolgen sichtbar (welche Tabellen, welche Reihenfolge), prüfen welche Konditionsarten heute noch produktiv preisbestimmend sind und welche nur als Anzeige-Konditionen mitlaufen. Aufräumen heisst hier: redundante Konditionstabellen schliessen, Zugriffsfolgen verkürzen, Konditionsarten konsolidieren – alles im Standard, ohne Custom- Code. Pro Aufräum-Schritt wird die Preisrolle gegen ECC-Spiegel getestet, damit Kundengarantie nicht durch Customizing-Bewegung verloren geht.

3. aATP – vom Default zum Liefer-Versprechen

Advanced ATP ist in S/4 standardmässig aktiv, aber meist nur in der Minimal-Konfiguration. Die strategischen Funktionen (Backorder Processing, Substitution, Allocation Management, Release for Delivery) sind ungenutzt – obwohl sie genau die Probleme lösen, die Customer Service heute manuell managt. Wir prüfen pro Geschäftssegment: lohnt sich der aATP- Hebel, oder reicht der Standard? Wenn lohnt: implementieren wir die ATP-Strategie nach Segmenten, mit Backorder-Rerun und Substitutions-Logik.

4. Faktura-Splits – aus organisatorischer Realität, nicht aus Historie

Faktura-Splits sind häufig Altlasten: ein Werkssplit existiert, weil vor 12 Jahren zwei Standorte unterschiedlich gebucht haben, aber heute laufen alle über einen einzigen Buchungskreis. Wir gehen die Split-Kriterien durch (Buchungskreis, Werk, Belegart, Faktura-Datum, Konditionen), vergleichen mit der heutigen Buchungsorganisation und schlagen Konsolidierung vor – mit sauberer Migration der laufenden Lieferpläne.

5. Customer-Service-Hebel (optional, AI)

Wenn das Volumen es trägt, binden wir entweder eine Joule-Skill oder eine Sales-Order-Extraktions-Pipeline an (siehe usecase.ai.sales_order_extraction). Confidence pro Feld, Review- Queue, BAPI-/OData-Übergabe in SD – typisch 70–85 % Auto-Quote. Das ist optional und kommt nicht in jedes O2C-Redesign – aber wo Customer Service zur Last wird, ist es der grösste Hebel.

Wer mit uns arbeitet

Dieses Angebot richtet sich an SD-Verantwortliche, Vertriebs-Leiter mit IT-Mandat und Customer-Service-Leads. Ein SD-Modul- Assessment (90 Min) ist meist der schnellste Einstieg: wir schauen gemeinsam in den realen Belegstrom (oder die Auswertung aus den letzten 30 Tagen), und besprechen die drei Hebel mit grösster Wirkung. Bei laufender S/4-Migration empfiehlt sich eine Standortbestimmung (60 Min) mit Fokus auf Business- Partner-Migration und aATP-Auslegung.

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