PP aATP + Bestandsführung in der Fertigung
Advanced ATP an die Fertigung gekoppelt: Backorder Processing, Substitution, Allocation Management, Release for Delivery. Wir legen die ATP-Strategie segment-weise aus (Hauptkunden vs. Standard-Kanal), spiegeln sie gegen Ihren Fertigungs-Modus (MRP-Live vs. klassischer MRP-Lauf, Auftragsfertigung vs. Serienfertigung) und richten die Disposition so ein, dass Liefer-Versprechen und Werks-Realität zusammenpassen.
Warum aATP für die Fertigung
Advanced ATP in S/4 ist nicht nur ein Verfügbarkeits-Check – es ist eine strategische Zwischenschicht zwischen SD und PP. Wer aATP nur als Default-Verfügbarkeitsprüfung einsetzt, verschenkt die wichtigsten Hebel: Substitution bei knappen Materialien, Allocation für Hauptkunden, Backorder-Rerun für saisonale Auftragsspitzen, Release for Delivery für Werks- Disposition.
Diese Strategien werden nicht in PP konfiguriert, nicht in SD, sondern in der aATP-Schicht – sauber im Standard, mit transparenter Logik für Disposition und Vertrieb.
So gehen wir vor
1. Segment-Strategie (Discover)
Wir analysieren mit Ihrem PP- und SD-Team die heutigen Kunden- und Material-Segmente:
- Strategische Kunden mit Allocation-Anspruch
- Standard-Kunden mit FIFO-Bedienung
- Spot-Geschäft mit höherer Margen-Toleranz aber flexibler Belieferung
- Produkte mit Substitutions-Familien vs. nicht- substituierbar
Daraus entsteht eine ATP-Strategie-Matrix: pro Kunden- Material-Kombination welche aATP-Methodik greift.
2. Backorder Processing pro Segment
Backorder-Rerun läuft in S/4 in mehreren Strategien (Confirmation Strategy, Backorder Processing Strategy). Wir definieren pro Segment:
- Confirmation: Live-Bestätigung mit aATP, oder Bündel- Bestätigung über Nacht
- Backorder-Reihenfolge: strategischer Kunde zuerst, FIFO als Default
- Trigger-Bedingungen: welche Material-Bewegung löst Rerun aus
3. Substitution mit Regeln
Wenn Material A nicht verfügbar ist, kann Material B automatisch vorgeschlagen werden – wenn die Geschäfts-Regel es zulässt. Wir bringen Ihre Material-Familien in eine Substitutions-Hierarchie, definieren die Auslöser- Bedingungen (Mengen-Differenz, Preis-Differenz, Kunden- Zustimmung) und richten den Substitution-Workflow ein, der den Auftrag automatisch oder mit Vertriebs-Bestätigung anpasst.
4. Allocation Management für knappe Materialien
Bei Material-Engpässen (Spitzenzeit, Lieferanten-Probleme, neue Produkte mit limited Stückzahl) verteilt Allocation Management die verfügbare Menge nach Quote-Plänen – z.B. 40 % strategische Kunden, 35 % Standard, 25 % Spot. Wir richten die Quote-Pläne ein, schliessen sie an die Vertriebs- Planung an und konfigurieren das Disposition-Cockpit für transparente Sichtbarkeit.
5. MRP-Live vs. klassischer MRP
MRP-Live ist Standard in S/4, aber nicht jeder Modus profitiert. Wir prüfen pro Werk und Materialart:
- MRP-Live lohnt, wenn kurze Reaktionszeit, viele kleine Auftragsänderungen, dynamische Disposition
- Klassischer MRP-Lauf reicht, wenn planbare Serien, feste Disposition, stabile Liefer-Sequenzen
Diese Entscheidung treffen wir pro Werk, nicht für die Gesamt-Landschaft.
6. Capacity Planning gekoppelt
Capacity-Planning ist oft eine Insel – wir hängen sie an die ATP-Schicht. Wenn Backorder-Rerun läuft, prüft das System nicht nur Material-Bestand sondern auch Werks- Kapazität. Release for Delivery wird zum Werks-Trigger, der erst greift wenn Kapazität bestätigt ist.
Wer mit uns arbeitet
Dieses Angebot richtet sich an Produktions-Leiter und Demand- Planning-Verantwortliche – typisch im Maschinenbau, Anlagenbau, Pharma. Ein Modul-Assessment (90 Min) ist meist der schnellste Einstieg: wir schauen gemeinsam in die heutige aATP-Konfiguration und besprechen die drei Hebel mit grösster Wirkung.
