SPDD/SPAU minimalinvasiv bei SUM DMO

SPDD- und SPAU-Bearbeitung bei einer Brownfield-Konvertierung minimal- invasiv halten – Repository-Anpassungen (SPDD) und Quellcode-Anpassungen (SPAU) ohne Funktionsänderung. Wir trennen klar zwischen Pflicht- Adjustment (Migration läuft sonst nicht durch) und Refactoring (gehört NACH den Go-Live). Das ist der Unterschied zwischen einem Cutover in drei Wochenenden und einem Cutover in 18 Monaten.

Was SPDD und SPAU eigentlich sind

SUM DMO führt während der Brownfield-Konvertierung zwei Adjustment- Phasen ein – und beide treffen genau die Stellen, an denen Ihr Custom-Code mit dem SAP-Standard kollidiert:

Die meisten Brownfield-Programme scheitern hier nicht an der technischen Komplexität – sie scheitern an fehlender Disziplin. Die Versuchung "wenn wir schon dran sind, schreiben wir das Programm mal sauber" ist gross. Sie killt aber Cutover-Termine.

Unsere Regel – "Funktion bleibt, Form passt"

Wir trennen während SUM DMO bewusst zwischen drei Aktionen:

Pflicht-Anpassungen (in SPDD/SPAU drin)

Repository-Konflikte die das System auf S/4HANA nicht hochfährt (SPDD) und Quellcode-Konflikte wo Standard-Methoden umbenannt oder Datentypen geändert wurden (SPAU). Hier wird nur der minimale Schnitt gemacht, der für die Konvertierung notwendig ist. Wenn es zwei Wege gibt – den minimalen und den eleganten – wählen wir den minimalen.

Optimierungen (NICHT in SPDD/SPAU)

Bessere Variablennamen, sauberere Modul-Strukturen, Code-Aufteilung, moderne ABAP-Patterns. Das gehört in den Tier-2-Refactoring- Backlog und wird nach Go-Live in geplanten Releases gemacht. Während SUM DMO ist die Devise: Form bleibt wie sie war, sonst verändert sich das Verhalten unbemerkt.

Funktions-Änderungen (überhaupt nicht in der Migration)

Neue Geschäftslogik, andere Berechnungsformeln, geänderte Workflow- Pfade. Diese gehören niemals in eine Brownfield-Konvertierung – sondern in eine eigenständige Anforderung mit eigener Test-Linie. Funktion-Änderungen im SPAU sind die häufigste Ursache für stille Regressionsfehler die erst nach Wochen auffallen.

Vorgehen

1. Custom-Code-Inventur (Vor-SUM)

Aus dem ATC-Befund (siehe Custom-Code-Cleanup) wissen wir welche Z-Programme nach S/4 erwartet brechen. Diese Tier-1- Findings werden bereits in einer Pre-SUM-Sandbox reparariert. Wenn sie dort sauber laufen, gibt es im echten SUM DMO weniger SPAU-Konflikte zu lösen.

2. SPDD-Adjustment-Liste

Bevor SUM DMO startet, simulieren wir die Konvertierung in einer Dry-Run-Sandbox. Aus der entsteht eine SPDD-Adjustment-Liste mit Entscheidung je Konflikt – SAP-Variante, eigene Erweiterung, Hybrid. Diese Liste wird mit Ihrem Datenmodell-Verantwortlichen reviewt, NICHT mit dem Entwickler allein. Repository-Entscheidungen sind Datenstruktur-Entscheidungen.

3. SPAU-Reviews als Pair-Sessions

Während des SUM DMO werden SPAU-Konflikte direkt im Tool gelöst – aber nicht von einem einzelnen Entwickler. Wir machen das als Pair-Sessions: ein Entwickler löst, ein zweiter reviewt synchron. Die "Form bleibt, Funktion passt"-Regel wird so doppelt geprüft.

4. Regressionstest pro Modul

Nach jedem Conversion-Pass läuft ein reiner Regressionstest über die bisher genutzten Transaktionen. Die Testfälle bleiben identisch – wenn das Ergebnis abweicht, war eine SPAU-Anpassung doch nicht so funktions-neutral wie gedacht. Diese Findings gehen zurück in das Adjustment, nicht in den Cutover.

Wer mit uns arbeitet

Dieses Angebot richtet sich an ABAP-Leads und Tech-Architekten in einer Brownfield-Migration. Eine kompakte SUM-DMO-Vorbereitungs- Sitzung (60 Min) mit Ihrer aktuellen ATC-Liste reicht meist, um die ersten SPDD-Treiber zu identifizieren und den Pair-Review- Prozess zu schneiden.

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