Hardened AI VDI mit DLP – was Claude sieht, was nie geht

Der Hardened AI VDI Pool ist die einzige Umgebung, von der aus Claude Code mit anonymisierten Produktionsdaten arbeiten darf. DLP, MDM, Egress-Allowlist, Session-Recording – wie die Schichten zusammen wirken und was sie wirklich blockieren.

Was der Hardened AI VDI Pool ist

In BAMVP gibt es zwei VDI-Pools im Azure Virtual Desktop: - Dev VDI Pool (für Standard-Entwicklung mit synthetischen Fixtures) - Hardened AI VDI Pool (für AI-gestützte Bug-Repro mit anonymisierten QAS-Daten)

Diese Einordnung beschreibt den zweiten Pool. Hier ist die einzige Stelle, an der Claude Code mit ehemals-PRD-jetzt-anonymisierten Daten arbeiten darf.

Die vier Schichten der Härtung

mermaid flowchart TD L1[Schicht 1<br/>MDM/Intune-Image<br/>kein Browser, kein USB] L2[Schicht 2<br/>DLP-Endpoint<br/>blockt Copy/Paste raus] L3[Schicht 3<br/>Egress-Allowlist<br/>nur api.anthropic.com + GitHub] L4[Schicht 4<br/>Session-Recording<br/>Keyboard + Screen, 90 Tage] L1 --> L2 --> L3 --> L4 L4 --> Out[Was rauskommt:<br/>Anthropic-Calls + Git-Pushes]

Schicht 1 – MDM/Intune-Image

Das Image ist ein AVD locked image mit Custom-Configuration: - Kein Browser ausser für console.anthropic.com (über Application Gateway proxiert) - Kein USB-Storage erkennbar - Keine Custom-Software-Installation (User ist nicht lokaler Admin) - Updates kommen via WSUS, kontrolliert - Pre-installed: VS Code, Node, @anthropic-ai/cli, @sap/cds-dk, git, redact-bug-snippet.js

Was diese Schicht blockt: User installiert Tor-Browser → geht nicht. Steckt USB-Stick → wird nicht erkannt. Fügt private Browser-Tab hinzu → keine Möglichkeit.

Schicht 2 – DLP-Endpoint

Microsoft Defender for Endpoint mit DLP-Policies: - Copy nach Cloud-Storage ausser Anthropic-Console-Upload: blockiert - Print-to-PDF: blockiert - Drag-and-Drop ausserhalb der VDI: blockiert - Screen-Capture-Sharing (Teams, Zoom): blockiert ausser wenn aufgezeichnet

Was diese Schicht blockt: User kopiert anonymisierten Slice in Slack → DLP unterbricht und alarmiert. User macht Screenshot, klebt in privates Email → DLP markiert die Bilddatei und blockt.

Wichtig: DLP ist nicht perfekt. Free-Text in der Anthropic-Console kann theoretisch PRD-Reste enthalten. Aber: das passt zu Schicht 4 (Session-Recording).

Schicht 3 – Egress-Allowlist

Network-Policy auf VNet-Ebene: - api.anthropic.com:443 (TLS 1.3, mit Egress-Inspection) - console.anthropic.com:443 (für Token-Management) - github.com:443 und *.githubusercontent.com:443 (Repo + Actions-Artefakte) - BTP-spezifische Endpunkte (XSUAA-Endpoints für JIT-Operations)

Alles andere: blockiert. Egress zu anderen Cloud-Storages, Pastebins, etc. – geht nicht.

Was diese Schicht blockt: User will einen anonymisierten Slice in eine Pastebin-Alternative laden → Connection-Refused. User will via Browser irgendwo „nur kurz testen“ → ausserhalb der Allowlist, geht nicht.

Schicht 4 – Session-Recording

Jede VDI-Session wird aufgezeichnet: - Keyboard-Strokes - Screen-Capture (1 fps reicht für Audit) - Speicherung in Azure mit immutable_blob_storage (Write-Once) - Retention: 90 Tage Standard, 7 Jahre für Vorfälle

Was diese Schicht blockt: User macht etwas Unschönes, hofft auf Vergesslichkeit → Audit kann zurückspulen. Abschreckungseffekt ist der grössere Hebel als die forensische Aufarbeitung.

Compliance-Hinweis: Mitarbeiter müssen die Session-Recording-Policy unterschreiben (Datenschutz-Folgenabschätzung dokumentiert), und eine sichtbare Banner im VDI weist sie täglich darauf hin.

Was alle vier Schichten zusammen leisten

Sie schaffen ein Datenfluss-Architektur statt Policy-Hoffnung: - Ohne DLP wäre die Policy „bitte nichts kopieren“ reine Disziplin - Ohne Egress-Allowlist wäre die Policy „bitte nicht zu Pastebin gehen“ reine Disziplin - Ohne Session-Recording wäre die Policy „bitte nichts unschönes machen“ reine Disziplin

Vier Schichten + Mensch sind besser als ein Mensch + viele Policies.

Was sie nicht leisten

Operations-Aufwand

Total Operations-Aufwand: ~10-15 % FTE pro 50 Hardened-VDI-User.

Wer das einrichten will

Ein Architektur-Review (30 Min) prüft Ihren VDI-Setup gegen die vier Schichten und identifiziert Lücken. Konkret: was fehlt, was kostet die Schliessung, in welcher Reihenfolge.

Stand: 2026-05-10

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