RISE-Vertrag – sieben Klauseln, die vor der Unterschrift sitzen müssen

1 · BTP-Credits – Verbrauchslogik im Kleingedruckten

Im Vertrag gebündelt, in der Praxis oft untergenutzt. Prüfen Sie: Wie wird der Verbrauch gemessen (Service-Klassen, CPU-Stunden, Memory)? Was passiert mit nicht genutzten Credits am Jahresende? Welche Services zählen ausserhalb des Bündels (z.B. einzelne Hyperscaler-IaaS-Posten, Vector Engine über Quote, Joule)?

## 2 · Hyperscaler-Region und Datenresidenz Schweiz Azure und AWS bieten Schweizer Regionen – die Wahl ist im Vertrag festzulegen, NICHT operativ später entscheidbar. Klären Sie: Welche Datentypen verlassen die Schweiz (Backup-Replikate, Telemetrie, Support-Zugriffe)? Was kostet ein Region-Wechsel während der Vertragslaufzeit (idR. nicht trivial)?

## 3 · Brownfield-Tiefe – wer trägt das Custom-Code-Risiko RISE migriert die Plattform, nicht Ihren Custom Code. Bei 80 % Custom-Code-Anteil ist die Cleanup-Verantwortung zwischen Ihnen, SFOUR (oder Ihrem Migrations-Partner) und SAP zu klären. Ohne ATC-Inventar vor der Unterschrift fehlt die Datengrundlage für diese Verteilung.

## 4 · Sizing – kein nachträgliches 'Mehr' HANA-Cloud-Sizing wird oft konservativ angesetzt, um die monatliche Rate zu drücken. Eine Anpassung mitten im Realize ist deutlich teurer als korrektes Initial-Sizing. Bestehen Sie auf einer Sizing-Hypothese aus Ihrem realen Datenvolumen – keine SAP-Standard-Schablone.

## 5 · Subscription-Term und Kündigung Typisch 5 Jahre, mit Verlängerungsklausel. Prüfen Sie: Gibt es eine Audit-Klausel, die Mehrnutzung rückwirkend verrechnet? Welche Datenrückführungs-Pflichten gibt es bei Vertragsende (Format, Frist, Kosten)?

## 6 · Cloud ALM und Operations-Übergang Cloud ALM ist Pflichtbestandteil – gut für Lifecycle-Disziplin, aber der Wechsel von Solution Manager kostet Aufwand. Prüfen Sie: Welche Solution-Manager-Funktionen werden in Cloud ALM nicht abgedeckt? Wer trägt die Migrationskosten von SolMan zu Cloud ALM?

## 7 · Service-Levels und Eskalationspfade SLA-Klauseln im RISE-Vertrag sind oft Standard. Aber: Wer ist erste Anlaufstelle bei einem Custom-Code-bedingten Incident? SAP? Hyperscaler? Ihr Migrations-Partner? Klären Sie das vor Unterschrift, nicht im ersten Major Incident.

## Wenn der Vertrag schon vorliegt Eine RISE-Bewertung (90 Min) prüft diese sieben Klauseln gegen Ihren konkreten Vertragstext und Ihren Custom-Code-Stand. Schweizer Mittelstands-Referenzen (z.B. Hotelplan, Mittelständischer Anlagenbauer) zeigen, welche Punkte in der Praxis am häufigsten nachverhandelt werden müssen.

Stand: 2026-05-10

SFOUR Consulting — Übersicht · Kontakt