Process Design beim S/4HANA-Move – aus Fachbereichs-Sicht
Eine S/4HANA-Migration ist Anlass und Chance, Geschäftsprozesse zu harmonisieren. Wie wir mit Process Ownern aus Fachbereichen arbeiten, wo der Standard greift und wo eigene Logik bleiben muss, und warum Prozess-Mapping über mehrere Werke hinweg ohne Geschäftsunterbrechung möglich ist.
Eine S/4HANA-Migration ist eine Prozess-Frage, keine IT-Frage
Der Standard-Fehler: das Programm wird in der IT aufgesetzt, das Process Design läuft als Nebenarbeit der Fachbereiche "sobald Zeit ist". Ergebnis: am Cutover-Wochenende stimmen die Stammdaten nicht, der Order-to-Cash-Lauf bricht, und die Fachbereiche kämpfen mit Workarounds.
Wir drehen das um: Process Owner führen den Migrations-Workstream Prozess, die IT liefert das Werkzeug.
### Wie wir mit Process Ownern arbeiten
- Process-Inventur – pro Geschäftsprozess: aktueller Zustand, Owner, Schmerzpunkte. Wir nutzen die klassischen End-to-End-Prozesse (Order-to-Cash, Procure-to-Pay, Plan-to-Produce, Record-to-Report).
- Standard-vs-Custom-Entscheidung pro Prozess. Wo passt der SAP-Standard? Wo brauchen wir kundenspezifische Logik (Branche, Compliance, Wettbewerbsvorteil)? Hier hilft Clean-Core-Disziplin: Logik möglichst Side-by-Side auf BTP, nicht im S/4HANA-Kern.
- Werks-übergreifende Harmonisierung – bei Mandanten mit mehreren Standorten ist der erste Schritt eine Prozess-Diff-Analyse. Welche Abweichungen sind historisch bedingt und können vereinheitlicht werden? Welche sind betriebsnotwendig (z.B. lokale regulatorische Anforderungen)?
- Brownfield-Conversion ohne Geschäftsunterbrechung – wir migrieren in der Sandbox, validieren parallel zum Live-Betrieb, und schalten erst um, wenn der Process Owner das Sign-off gibt. Der Anlagenbauer-Case (siehe Use Cases) zeigt das in der Praxis.
### Was Process Owner von uns bekommen
- Prozess-Bibliothek mit den End-to-End-Prozessen als Vorlage
- Standard-vs-Custom-Heuristik als Entscheidungs-Framework
- Workshop-Format für die Harmonisierung über Werke hinweg
- Beleg-Templates für die Cutover-Validation
Wir empfehlen den Einstieg über einen Workshop (halbtägig) – danach hat der Process Owner ein Inventar plus einen Plan, ohne dass die IT vorher entscheiden musste [service.sap].
Stand: 2026-05-14
